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Fachwerkstatt S.P.G. rehapro im vergangenen Juli in der Loccumer Akademie

Der Wirksamkeitsgrad des Projektes wurde mithilfe des Wegfinders evaluiert

Das größte Bundesprojekt rehapro, das S.P.G. Service Point Gesundheit & Arbeit hat im vergangenen Juli die jährliche Fachwerkstatt in der Loccumer Akademie vollbracht!

Die Fachwerkstatt begann mit einem Podiumsgespräch, an dem die vier Projektkoordinatorinnen Irina Hartig (JC Northeim), Maria Bieke (JC Siegen-Wittgenstein), Anja Zebahl (JC Hameln-Pyrmont) und Carina Jakubus (JC Holzminden) der vier S.P.G.-Standorte teilnahmen und über aktuelle Aktivitäten, Integrationszahlen sowie Unterstützungsleistungen aus der Praxis berichteten. Hervorgehoben wurden nachhaltige Integrationserfolge –, über die Projektteilnahmen hinaus –, eine breite medizinische Anbindung, Kooperationen mit Beratungsstellen und Angeboten zur gesellschaftlichen Teilhabe. Alle Standorte präsentierten zudem konkrete Erfolgsgeschichten aus der Praxis.

Danach berichtete Herr Herbert Neumaier aus dem rehapro-Projekt „Butterfly“. Dieses Projekt findet im Bayrischen Jobcenterverbund Dachau, Ebersberg, Erding und Freising statt. Das Modellprojekt Butterfly zielt darauf ab, flexible, bedarfsorientierte Beratungsstrukturen & Vorsorgeangebote für erwerbsfähige Menschen an der Schwelle zu einer (diagnostizierten) psychischen Erkrankung zu entwickeln. Dies geschieht unter Berücksichtigung der spezifischen Rahmenbedingungen kleiner JC in einer Region mit sehr guter, allgemeiner Arbeitsmarktlage.

Anschließend gab es einen Vortrag von Frau Dr. Monika Sinha, der Umsetzungsberaterin Kooperations- und Verbundprojekte der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) über die Einsatzmöglichkeiten von Telemedizin im SGB II sowie deren Chancen und Herausforderungen. Der Fokus des Vortrags lag dabei auf digitalen und hybriden Interventionen innerhalb der verschiedenen rehapro-Projekte. Es wurden u.a. Telekonsile, hybride Qualitätsnetzwerke und SGB V sowie digitale Prozesse mit menschlicher Begleitung vorgestellt und Hinweise zur Verstetigung gegeben. Als zentrales Fazit wurde eine vertiefte Zusammenarbeit mit Dr. Sinha angestoßen, um die Telemedizin in den Service-Points weiterzuentwickeln und künftig besser messbar zu machen.

Den Ausklang am ersten Tag bildete eine Keynote mit interaktivem Workshop zum Thema Happiness durch positives Leadership mittels der Methode PERMA-Lead nach Seligman. Hier thematisierte Jörg Runge in einem kurzweiligen und humorvollen Workshop die Relevanz von emotionaler Bindung und Motivation im Arbeitskontext. Es wurde „Positive Leadership“ als wirksamer Führungsansatz vorgestellt, um Motivation und Bindung nachhaltig zu stärken. Dabei stehen Stärkenorientierung, positive Emotionen, tragfähige Beziehungen und das Sichtbarmachen von Sinn und Erfolg im Fokus – basierend auf dem PERMA-Modell von Seligmann.

Am Folgetag startete Ludwijn Braams von der Firma L&D Support mit der Evaluierung zu einem Jahr Wegfinder im Einsatz innerhalb der vier Service-Points Gesundheit und Arbeit. Der Wegfinder wird dabei innerhalb der Clearingphase als Analyseinstrument für die Standortbestimmung der teilnehmenden Personen im S.P.G. eingesetzt. Angefangen wurde im Projekt mit der sogenannten 0-1 Analyse: die gleiche Person wird nach ca. 8 Monaten erneut gebeten den Wegfinder durchzuführen. Hiermit entsteht die Möglichkeit, die persönliche Entwicklung einer teilnehmenden Person darzustellen. Dabei wird es nun ermöglicht, den Wirksamkeitsgrad der Angebote im S.P.G. auf individueller Ebene mittels neuer KPIs darzustellen.

Auf aggregierter Ebene lässt sich so entsprechend das Projekt ebenfalls evaluieren: der Wirksamkeitsgrad des Projektes ist mittels neuer KPIs nachweisbar. Eines der Fazits, das gezogen werden könnte, ist, dass das Projekt S.P.G. einen wesentlichen Beitrag dazu leistet, die Arbeitsmarktentfernung deutlich zu reduzieren – und zwar um etwa 12%. Ferner liefert der Wegfinder durch die aggregierte Darstellung der Ergebnisse mittels des Coastline Modells wertvolle Impulse, bestehende (Maßnahmen-) Angebote weiterzuentwickeln und bedarfsgerecht neue (Maßnahme-) Angebote zu konzipieren.

Anschließend präsentierte Carsten Kocialkowski von der Firma con_sens die Zwischenergebnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes. Insgesamt nahmen knapp 2.000 Personen an der Erstbefragung teil – ein äußerst hoher Wert. In der Abschlussbefragung waren es noch immer über 700 Teilnehmende. Die Auswertungen zeigen durchgehend positive Entwicklungen: Der subjektive Gesundheitszustand verbesserte sich von durchschnittlich 3,4 auf 2,9 (Schulnotensystem), also um 0,5 Punkte. Auch die Einschätzungen zur familiären Situation, zum sozialen Umfeld sowie zur Freizeitgestaltung entwickelten sich positiv. Besonders deutlich war der Zuwachs bei der beruflichen Perspektive mit einer Verbesserung um 0,6 Punkte. Diese Ergebnisse unterstreichen die Wirksamkeit der S.P.G.-Angebote in zentralen Lebensbereichen der Teilnehmenden.

Zum Schluss gaben der Gesamtprojektleiter S.P.G., Michael Schmitz, zusammen mit Carsten Kocialkowski einen Ausblick und Perspektiven über die Möglichkeiten der Verstetigung der bewährten Instrumente und Methoden aus dem rehapro S.P.G. in das Regelgeschäft der Jobcenter. Dabei wurde auch die Reform des Bürgergeldes intensiv miterörtert. Die Fachwerkstatt verdeutlichte eindrücklich den innovativen Charakter und die konkrete Wirkung des S.P.G.-Projekts. Sie gab inhaltlich wie politisch Orientierung, um den eingeschlagenen Weg – gegebenenfalls adaptiert – im Rahmen einer kommenden Neuausrichtung der Grundsicherung weiter zu beschreiten. Die Veranstaltung hat somit wertvolle Impulse gesetzt – für Integration, Gesundheit und Teilhabe im Rahmen einer zukunftsfähigen Arbeitsmarktpolitik.

Wir blicken auf eine sehr erfolgreiche Fachwerkstatt zurück und nehmen viele gute Impulse für die zukünftige Arbeit mit!

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