„Wir reden hier nicht über Produkte. Wir reden über das, was in unserer Arbeit wirklich schwierig ist.“ Dieser Satz fiel irgendwo zwischen den Gesprächen am zweiten Tag des Fachtags – und er trifft ziemlich genau, worum es uns eigentlich ging.
Am 17. und 18. Juni 2026 haben wir zum L&D Support Fachtag nach Köln eingeladen – mit Blick auf den Dom, wie mehrere Teilnehmende hinterher augenzwinkernd anmerkten. Zwei Tage, an denen Entscheider:innen und Fachkräfte aus Jobcentern, Arbeitsagenturen, der Rehabilitation, dem Gesundheitswesen, der Verwaltung und der Wissenschaft zusammengekommen sind. Nicht, um sich Produkte vorführen zu lassen. Sondern um über die Fragen zu sprechen, die im Arbeitsalltag tatsächlich Gewicht haben.
Und diese Fragen sind groß. Wie verändert sich der Sozialstaat gerade wirklich – und was bedeutet das für die Menschen, die ihn jeden Tag mit Leben füllen? Wie gelingt moderne Integrationsberatung, wenn die Fälle komplexer werden und die Ressourcen es nicht unbedingt mit ihnen tun? Was braucht gutes Coaching, damit es tatsächlich wirkt – nicht nur stattfindet? Und was zeigen Potenzialanalysen eigentlich, wenn man sie richtig liest? Genau diese Themen zogen sich durch die Vorträge und die Podiumsdiskussionen, ergänzt durch Teilnehmende, die ihre eigene Praxis mit einbrachten und den Austausch dadurch noch konkreter gemacht haben.
Was uns dabei besonders wichtig war: Wissenschaft und Praxis nicht getrennt zu behandeln. Die wissenschaftlich fundierte Diagnostik, mit der wir seit über 30 Jahren arbeiten, lebt nicht auf dem Papier. Sie lebt in dem Moment, in dem eine Beraterin einem Klienten gegenübersitzt und eine Entscheidung treffen muss, die trägt. Genau an dieser Schnittstelle haben wir angesetzt – mit Perspektiven aus der Forschung genauso wie mit Erfahrungen aus der Praxis, oft im selben Gespräch.
Besonders gefreut hat uns, dass die Teilnehmenden nicht nur zugehört, sondern selbst ausprobiert haben. Wer wollte, konnte den Wegfinder – unser KI-gestütztes Instrument zur Potenzialanalyse – während des Fachtags live durchlaufen und danach direkt mit uns über die Ergebnisse sprechen. Genau dieser Moment, in dem eine Methode plötzlich nicht mehr erklärt, sondern erlebt wird, hat für einige der interessantesten Gespräche der beiden Tage gesorgt. Wie ein Trainer es hinterher formulierte: eine wirklich gute Gelegenheit, ein neues Instrument einmal von innen kennenzulernen, statt nur davon zu hören.
Wie eng Methodik und Praxis mittlerweile zusammenhängen, hat uns auch das Gespräch mit Maria Vavelidou von Softdoor gezeigt. Softdoor setzt unsere Methodik bereits in mehreren Projekten ein – im 360-Grad-Coaching, im Wegfinder und in rehapro-Projekten. Für sie war der Fachtag vor allem eines: fachlich dicht und gleichzeitig offen im Ton, mit Raum für ehrlichen Austausch statt für Hochglanz.
Was uns nach diesen zwei Tagen bleibt, ist weniger eine Liste von Ergebnissen als ein Eindruck: Die Themen, mit denen sich Jobcenter, Reha-Einrichtungen, Kliniken und Verwaltungen gerade beschäftigen, ähneln sich mehr, als man vermuten würde. Der Fachkräftemangel, der Druck durch komplexer werdende Fälle, die Frage, wie man Innovation einführt, ohne die eigenen Strukturen zu überfordern – das sind keine Einzelprobleme einzelner Häuser. Das sind Fragen, die sich nur im Austausch wirklich bearbeiten lassen. Auch die Rückmeldung von Lysiane Roux (Christopher Rauen GmbH) hat uns darin bestärkt: Sie hob vor allem hervor, wie professionell der Rahmen war und wie inspirierend die thematische Vielfalt der Vorträge – genau das Zusammenspiel, das wir uns für den Fachtag gewünscht hatten.
Deshalb war uns die Form des Fachtags so wichtig: Raum für Diskussion, für Vernetzung, für den ehrlichen Blick auf das, was in der eigenen Organisation (noch) nicht funktioniert. Kein Programm, das nur nach vorne verkauft. Sondern eines, das zulässt, dass Fragen offenbleiben – weil genau das der Ausgangspunkt für echte Weiterentwicklung ist.
Wir nehmen aus dem Fachtag 2026 vor allem eines mit: dass der Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis kein einmaliges Format sein sollte, sondern eine Haltung, die wir in unserer Arbeit weitertragen wollen – in der Akademie, in Projekten, in Gesprächen mit euch.
Anbei findet Ihr einige Impressionen von unserem Fachtag 2026. Danke an alle Teilnehmenden und Speaker, die diesen Tag so bereichert haben!



























