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rehapro in der Praxis: Warum erfolgreiche Projekte eine Zukunft brauchen

Wenn Förderung wirkt – und trotzdem endet

Am Dienstag fand im besonderen Ambiente von zedita Hameln ein Fachtag zum Projekt ServicePoint Gesundheit und Arbeit (SPG) statt. Ein Projekt, das im Rahmen des Sonderprogramms rehapro seit 2022 zeigt, wie nachhaltige Unterstützung für gesundheitlich eingeschränkte Menschen im Jobcenter-Kontext gelingen kann.

Und doch steht bereits jetzt fest:
Die Förderlaufzeit endet Ende 2026.

Was sich wie ein roter Faden durch den gesamten Fachtag gezogen hat, war daher weniger die Frage nach dem Ende eines Projekts – sondern vielmehr eine andere, deutlich wichtigere:

Wie lassen sich wirksame Ansätze, Erfahrungen und Instrumente dauerhaft im Regelbetrieb der Jobcenter verstetigen?

Denn rehapro-Projekte enden formal. Was jedoch nicht enden darf, sind die Erkenntnisse, Methoden und Instrumente, die nachweislich wirken. Genau hier setzt der Gedanke der Verstetigung an: Erfolgreiche Bausteine werden nicht „mit abgeschlossen“, sondern gezielt weitergeführt – integriert in bestehende Strukturen und Prozesse.

Ein Beispiel dafür: Der Wegfinder hat sich im Projektkontext klar als ein solcher Verstetigungskandidat erwiesen.

Bildquelle: © Thomas Wiese/ LinkedIn. Verwendung mit Genehmigung.
Worum es im Projekt ServicePoint Gesundheit und Arbeit wirklich geht

Der ServicePoint Gesundheit und Arbeit ist kein weiteres Modellprojekt „auf dem Papier“. Er ist ein praxisnaher Ansatz, der dort ansetzt, wo viele Maßnahmen scheitern: an der Schnittstelle zwischen Gesundheit, Arbeitsmarkt und individueller Lebensrealität.

Im Fokus stehen Menschen,

  • die gesundheitlich eingeschränkt sind,
  • die im klassischen Vermittlungssystem häufig „feststecken“,
  • und für die standardisierte Maßnahmen nicht greifen.

Der SPG verbindet genau das, was im Alltag oft getrennt gedacht wird:
medizinische Perspektiven, psychosoziale Faktoren, arbeitsmarktrelevante Anforderungen und individuelle Ressourcen.

Nicht abstrakt – sondern konkret im Alltag der Betroffenen.

Bildquelle: © Thomas Wiese/ LinkedIn. Verwendung mit Genehmigung.
Der Fachtag: Austausch auf Augenhöhe statt Projektfolklore

Der Fachtag brachte genau die Menschen zusammen, die solche Projekte tragen und weiterdenken:

  • Carsten Kocialkowski (con_sens Consulting für Steuerung und soziale Entwicklung GmbH) mit einem Einblick in die wissenschaftliche Evaluierung des Gesamtprojekts
  • Ludwijn Braams (L&D Support) mit der Vorstellung eines BGM-Gesundheitsprogramms der Stadtverwaltung Amsterdam zur Prävention langfristiger Arbeitsunfähigkeiten aufgrund mentaler Beschwerden
  • Ina Pamperin (Bereich Prävention & Gesundheit, Deutsche Rentenversicherung Bund) mit der Vorstellung des rehapro-Projektes „Blaufeuer“
  • Dr. h. c. Andreas Westerfellhaus (Staatssekretär der Bundesregierung, Pflegebevollmächtigter a. D.) mit einer Einordnung zu rechtsübergreifenden Herausforderungen im SGB II/III und SGB IX als Anker der rehapro-Projekte
  • gemeinsam mit Michael Schmitz, Gesamtprojektleiter des Projekts

Was diesen Austausch besonders gemacht hat:
Es ging nicht um Selbstdarstellung, sondern um Wirkung.

Nicht um Hochglanzfolien, sondern um ehrliche Einblicke:

  • Was funktioniert wirklich?
  • Wo hakt es im Alltag?
  • Und was braucht es, damit solche Ansätze dauerhaft tragfähig werden?
Bildquelle: © Thomas Wiese/ LinkedIn. Verwendung mit Genehmigung.
Was dieses Projekt besonders macht

Im Laufe des Fachtags wurde deutlich, warum der ServicePoint Gesundheit und Arbeit mehr ist als ein zeitlich begrenztes Förderprojekt.

1. Klare Diagnostik statt Bauchgefühl

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die systematische, fundierte Erfassung von Potenzialen, Belastungen und Ressourcen.

Das schafft:

  • Orientierung für Fachkräfte
  • Klarheit für Teilnehmende
  • bessere Entscheidungen für alle Beteiligten

2. Spürbare Entlastung der Fachkräfte

Gerade im Jobcenter-Kontext stehen Fachkräfte unter enormem Druck: hohe Fallzahlen, komplexe Lebenslagen, wenig Zeit.

Der SPG zeigt, dass gute Diagnostik kein zusätzlicher Aufwand sein muss – sondern im Gegenteil entlastet:

  • Gespräche werden zielgerichteter, in ihrer Anzahl geringer und insgesamt kürzer
  • Maßnahmen werden passgenauer ausgewählt
  • Prozesse werden transparenter und nachvollziehbarer

3. Wirkung für die Teilnehmenden

Am wichtigsten – und das wurde mehrfach betont:
Hunderte gesundheitlich eingeschränkte Kund:innen haben bereits vom Projekt profitiert.

Nicht, weil sie „schneller vermittelt“ wurden.
Sondern weil sie:

  • sich besser verstanden fühlen
  • ihre eigenen Ressourcen klarer erkennen
  • realistische Perspektiven entwickeln konnten

Die Entfernung zum Arbeitsmarkt wurde realistisch eingeschätzt und durch das Projekt gezielt reduziert.Mehrere Teilnehmende konnten sogar erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden.

Das ist keine Kleinigkeit. Das ist Wirkung.


Das gemeinsame Fazit: Fördern reicht nicht

Am Ende des Tages waren sich alle Beteiligten einig:

Das Projekt wird mit dem Förderende formal abgeschlossen.
Die wirksamen Instrumente, Methoden und Ansätze müssen jedoch im Regelgeschäft der Jobcenter verstetigt werden.

Und genau hier liegt das strukturelle Problem vieler Förderprogramme:
Sie sind zeitlich begrenzt – unabhängig davon, ob sie funktionieren oder nicht.

rehapro hat mit dem ServicePoint Gesundheit und Arbeit gezeigt:

  • Prävention lohnt sich
  • gute Diagnostik spart langfristig Kosten
  • nachhaltige Integration braucht Zeit und Kontinuität

Was fehlt, sind stabile Strukturen, um erfolgreiche Ansätze dauerhaft zu verankern.


Unsere Haltung bei L&D Support

Dass unser Geschäftsführer Ludwijn Braams Teil dieses Fachtags war, ist kein Zufall.

Seit über 30 Jahren arbeiten wir an genau dieser Schnittstelle:
zwischen wissenschaftlich fundierter Diagnostik und praktischer Anwendung im Alltag.

Unsere Haltung ist klar:

  • Diagnostik ist kein Selbstzweck
  • Instrumente müssen Fachkräfte entlasten und Menschen stärken
  • und Projekte sind nur dann wirklich erfolgreich, wenn ihre Wirkung bleibt

Wir verstehen uns nicht als Projektlieferant, sondern als Partner auf Augenhöhe – gerade dann, wenn es um nachhaltige Lösungen und Verstetigung geht.


Ein Blick nach vorn

Der Fachtag rehapro war kein Abschluss.
Er war ein Zwischenstand.

Ein starkes Signal dafür, was möglich ist, wenn Engagement, Fachlichkeit und Haltung zusammenkommen.
Und zugleich ein Auftrag, erfolgreiche Ansätze jetzt konsequent in Richtung Verstetigung weiterzuentwickeln.

Dieser Weg ist bereits angestoßen.

Denn am Ende geht es nicht um Programme.
Es geht um Menschen.
Und die brauchen keine Laufzeiten – sondern Perspektiven.


Referenzen

Link zu LinkedIn-Beitrag von Thomas Wiese

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